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Edition du vendredi 1 janvier 1999

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TRADITIONEN Glück mit Kindern am Neujahrstag

WECKST du uns auch ganz bestimmt um zwölf ? Zum soundsovielten Mal verlangen die erwartungsvollen Sprößlinge die Beteuerung, daß man sie gewiß nicht vergessen werde. Sobald die zwölf Glockentöne verhallt sind und man mit « Prosit Neujahr ! » anstossen, zutrinken, umarmen, küsschengeben und Rührung unterdrücken ins Neue Jahr hinübergewechselt ist, eilt man in edler Elternliebe ins Kinderzimmer. Die Vermutung, daß die lieben Kleinen von den ohrenbetäubenden Böllerschüssen in der Nachbarschaft hellwach sind, bestätigt sich nicht. Da liegen sie in tiefem Schlaf, Bettzipfel in geballten Fäusten, Beine im Freien. Soll man sie wecken ? Man ist versucht, auf Zehenspitzen zu enteilen. Aber nein, versprochen ist versprochen. Also nimmt man sie behutsam hoch, drückt ihnen schnell einen Kuss auf die schlafwarme Pfirsichhaut. Willig lassen sie sich in Bademäntel oder Decken hüllen und ans offene Fenster tragen... Manchmal schlafen sie sofort wieder ein, manchmal werden sie putzmunter und sind nur energisch wieder ins Bett zu treiben.

EIN NEUER KALENDER

Aber es kommt auch vor, daß etwa das Nesthäkchen beim besten Willen nicht richtig wach zu kriegen ist. Dann vertröstet man es am besten auf den nächsten Tag, den ersten Tag des Jahres, den Neujahrstag. Diesen Tag sollten die Eltern dann wirklich festlich mit ihren Kindern verleben ­ selbst wenn ein häßlicher Kater hinter der Stirn rumort. Der Kalender wird feierlich aufgehängt, das erste Blatt darf das Kleinste lösen. Auf dem Frühstückstisch steht ein Körbchen, aus dem sich jeder ein Päckchen nehmen darf. Winzige Glücksbringer, von weisen oder lustigen Sprüchen begleitet, offenbaren sich aus bunten Papieren. Im Haferbrei ist eine Mandel versteckt. Wer sie findet, darf sich etwas wünschen. Ein Hefekranz, uraltes Brauchtum in vielen germanischen Gegenden, ist ein Symbol für das Jahr, das sich in seinem Ablauf wie ein Kreis rundet. Das kann man den Kindern erklären. Ein rosig-appetitliches Marzipanschweinchen wird in seine Bestandteile zerlegt und jeder bekommt ein Stück vom Glücksbringer. Neujahrskarten werden verlesen, vielleicht ein Gedicht zum Jahresbeginn vorgetragen. Der Neujahrsspaziergang schließt kurze Besuche bei Nachbarn und Freunden ein, um alles Gute für das neue Jahr zu wünschen. Wir sollten versuchen, den Kindern das immer wieder erregende Wunder des Neujahrstages zu vermitteln, sie in die ungezählten guten Wünsche von Mensch zu Mensch, die die Luft freier, das Licht klarer und das Leben hoffnungsvoller erscheinen lassen, einbeziehen. Kinder wissen nocht nicht, was ein Jahr ist, aber sie wissen, was ein glücklicher Tag in der Familie ist. Vielleicht werden sie diese glücklichen Tage am Jahreswechsel in ihrer Kinderzeit nie vergessen.

Ursula KÜHNEMANN (itg)

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PVM/01.01.1999 Silvester-Aberglaube berühmter Männer

Dass grosse Geister nicht frei von Aberglauben waren, beweist am besten der Silvesteraberglaube, der sich noch bis in die heutige Zeit erhalten hat. Was unsere grössten Meister betrifft, so berichtet ...





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