Am Mittwochabend hatte sich der am 16. Mai aus dem Amt scheidende Präsident Jacques Chirac von seinen Angestellten im Elysée-Palast verabschiedet, am Donnerstag wollte er es sich nicht nehmen lassen, bei einem Abschiedsbesuch in Berlin Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) seine Reverenz zu erweisen. Bei der Begrüßung gab es zunächst zwei angedeutete Küsschen des 74-jährigen Noch-Staatschefs auf beide Wangen der Kanzlerin, gleich anschließend die ersten beiden galanten Handküsse. Ihnen sollte noch ein weiterer Handkuss folgen, kurz nachdem Chirac Merkel in seiner Ansprache offenbarte, dass es ihn « glücklich » mache, wieviel die EU-Ratspräsidentschaft unter ihrem Vorsitz bereits erreicht habe und dass er für sie « von ganzem Herzen Hochachtung und allergrößten Respekt » empfinde. Die Handküsse wirkten formvollendet — anders als bei Merkels Antrittsbesuch als Bundeskanzlerin im Ausland im November 2005 in Paris. Damals hauchte Chirac den Handkuss nämlich auf die eigene Hand, die er zuvor über die Hand der Kanzlerin gelegt hatte — ein Verstoß gegen die strengen Regeln des aus dem spanischen Hofprotokoll stammenden Begrüßungszeremoniells.











