Die Vereinten Nationen wollen ein weltweites Frühwarnsystem für Naturkatastrophen entwickeln. « Das neue Programm wird Schutz, Sicherheit und Seelenfrieden bringen », erklärte gestern der UN-Direktor für Internationale Strategien zur Katastrophenminderung, Salvano Briceno, bei der UN-Konferenz im japanischen Kobe. « Weltweit verdanken Millionen von Menschen ihr Leben und ihr Auskommen wirksamen Frühwarnsystemen. » Die UNESCO hofft, dass das neue Frühwarnsystem bis Mitte 2006 im Einsatz sein wird. Ein Vertreter erklärte jedoch, bislang seien die verschiedenen Vorschläge für ein Flutwellen-Frühwarnsystem « völlig unkoordiniert ». Es gebe derzeit verschiedene Angebote aus mehreren Ländern, die nicht untereinander abgestimmt seien, sagte der zuständige Ausschussleiter der UN-Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO), Patricio Bernal. Um die Vorschläge aufeinander abzustimmen, werde seine Arbeitsgruppe in den kommenden zwei Monaten zwei Treffen abhalten, eines davon im März in Paris. Er hoffe, dass sein Ausschuss bei einem Treffen im Juli eine Entscheidung treffe, damit die Arbeit beginnen könne und es bis Mitte 2006 ein Frühwarnsystem gebe, sagte Bernal. Die indonesische Regierung versuchte derweil Bedenken aus dem Ausland zu zerstreuen, dass Hilfsgelder veruntreut werden könnten. Solche Sorgen seien « unnötig », weil Vertreter der Geberländer und der UNO das Geld gemeinsam verwalteten und ausgäben, sagte Indonesiens Außenminister Hasan Wirajuda in der Hauptstadt Jakarta. Indonesien ist von der Flutkatastrophe am schlimmsten betroffen ; allein in dem südostasiatischen Inselstaat starben nach jüngsten Angaben mehr als 166 000 Menschen. Die Hälfte der ausländischen Hilfsgelder für die Katastrophenregion in Höhe von insgesamt rund zehn Milliarden Dollar (7,66 Milliarden Euro) ist für Indonesien vorgesehen.











