Normalerweise wird die milde, spätsommerliche Witterung schon in den ersten Oktobertagen durch einen markanten Wetterwechsel beendet. Dann setzt eine stark wechselhafte, oft stürmische Witterung ein, und bei Zufuhr von frischer Meeresluft folgt Regen nach. Zu Beginn des zweiten Monatsdrittels findet diese unfreundliche Witterung normalerweise ihr Ende. Dann stellt sich der Mittherbst mit einer ruhigen und trockenen Schönwetterlage ein. Tagsüber ist es sonnig und mäßig warm. Die Bauernregel « Hedwig (15.) und St. Gall (16.) macht schön Wetter überall » sagt dies richtigerweise voraus ebenso wie « Am St. Gallus-Tag (16.) den Nachsommer man erwarten mag ».
Nachtfrost
Wegen dieser Witterung entstand die Rede vom « goldenen Oktober » und schon ein alter Bauernspruch sagte : « St. Burkhardt (14.) Sonnenschein, schüttet Zucker in den Wein ». Doch diese tagsüber sonnig-milde Witterung hat auch ihre Kehrseite. Zwischen Tag und Nacht werden große Temperaturunterschiede beobachtet, denn der wolkenlose Nachthimmel lässt die Temperaturen rasch absinken und frühmorgens ist es dann empfindlich kühl. Der Bauernspruch « Oktoberhimmel voll Sterne hat warme Öfen gerne » drückt dies ja auch so treffend aus. In ungünstigen Lagen ist sogar ein erster Nachtfrost möglich und nur die typische Oktoberblume, die Aster, kann ihm noch einigermaßen standhalten. Die Arbeit des Bauern geht auf dem Feld allmählich zu Ende. Die Saat für das Wintergetreide soll bis spatestens zum St. Lukastag (18.) ausgebracht sein. Die letzten Kartoffeln sind geerntet und an manchen Orten findet man noch die Herbstfeuer, welche besonders am Lukastag angezündet werden. Das Vieh kehrt von der Weide heim, worauf der Spruch « Nach St. Gall (16.) bleibt die Kuh im Stall » kurz und knapp hinweist, ebenso gutgemeint sind die Ratschläge « Bis an St. Gall, ernte Du die Rüben all », sowie « Wenn Gallus kommt, hau ab den Kohl, er schmeckt im Winter trefflich wohl ». Es empfiehlt sich, diese Ratschläge zu befolgen, denn im letzten Monatsdrittel zeigt sich das Wetter normalerweise wieder von seiner unangenehmen Seite. Bei frischem Wind ist es regnerisch trübe und nasskalt. In manchen Jahren kommt ein erster winterlicher Kaltluftvorstoss aus Osten oder Nordosten hinzu, der eisige Wind und nicht selten Frost am Tage mitbringt, wie es die Bauernregel « Wenn's St. Severin (23.) gefällt, bringt er mit die erste Kält » prophezeit. Hält die Kälte ein paar Tage an, ist sogar in den Höhenlagen mit einem ersten Schneefall zu rechnen, worauf der Bauernspruch « Simon und Juda (28.) die zwei, bringen manchmal Schnee herbei » hinweist. Die Bauernweisheit rät auch : « An St. Ursula (21.) bring's Kraut herein, sonst schneit Simon (28.) noch darein » oder « Schneid ab das Kraut, bevor es Juda (28.) klaut ». Nach und nach lassen jetzt die Laubbäume die Blätter fallen : « Simon und Judas (28.) fegen das Laub in die Gass » sagt der Bauernspruch und man beginnt sich auf den bevorstehenden Winter einzustimmen. « Wenn Simon und Judas vorbei, ist der Weg zum Winter frei. Es sitzen dann die heil'gen Herrn, am warmen Kachelofen gern ».











