Politiker : Premierminister Jean-Pierre Raffarin sieht Selbstgefälligkeit bei Politikern als « Todsünde ». « Die Politik ist wie das Meer : Man darf nie wähnen, sie zu beherrschen », sagte gestern der rechtsliberale Regierungschef. Im Laufe seiner eigenen Karriere habe er andere Politiker « ausrasten und leiden » sehen, « Riesentalente » seien verschenkt worden, sagte der 56-jährige Raffarin, ohne Namen zu nennen. Er selbst hoffe nur, dass ihm sein eigener Einzug in die Pariser Schaltzentrale im Mai 2002 nicht zu Kopf gestiegen sei. Industriepolitik : Deutschlands Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) trifft seinen französischen Kollegen Nicolas Sarkozy am 14. Oktober in Berlin zu einem Gespräch über die zwischen beiden Ländern umstrittene Industriepolitik. Sarkozy soll bei seinem Besuch auch mit CDU-Chefin Angela Merkel zusammentreffen. Er werde mit Sarkozy « gründlich » darüber sprechen, wie eine europäische Industriepolitik in Einklang mit nationalen Interessen zu bringen sei, hatte Clement Anfang der Woche gesagt. Beide seien sich einig, dass « europäische Champions » gebraucht würden. Europa sei da in einigen Bereichen nicht gut aufgestellt. Das ursprünglich bereits für den Frühsommer geplante deutsch-französische Gespräch über die Industriepolitik bietet die Chance, den Streit zwischen den beiden Ministern beizulegen. Sarkozy hatte Clement in der ersten Jahreshälfte verärgert, als er die Übernahme der deutsch-französischen Pharmagruppe Aventis durch den französischen Rivalen Sanofi unterstützte und Ambitionen von Siemens bei dem angeschlagenen französischen Konkurrenten Alstom blockierte.











